Jetzt im September sprechen die Medien vom August mit der
höchsten Regenmenge seit dem Beginn der schriftlich dokumentierten
Wetterbeobachtungen. Was uns als diejenigen betrifft, die mit der
Vorbereitung der Fahrt auch im gesamten Verlauf des August beschäftigt
waren, gestehen wir freimütig mit Regen gerechnet zu haben.
Dennoch waren wir stets guten Mutes, sagten
die Meteorologen für Freitag und Samstag zwar Regenwahrscheinlichkeiten
von bis zu 80 % voraus, lagen die Werte für den Sonntag bei 5 - 30 %.
Es kam alles anders; am Freitag und Samstag
konnten alle Arbeiten ohne einen Regentropfen absolviert werden, am
Samstag schien sogar die Sonne. Nach dem Erwachen am Sonntag erstrahlte
die Sonne vermutlich auch, doch war sie vor einer Wolkendecke stets
verdeckt. Es blieb zunächst auch trocken, so dass sich die ersten 15 bis
20 Fahrzeuge mit offenem Top auf den etwa 120 km langen Weg machen
konnten. Doch sie konnten die ersten 40 Kilometer lange Schleife
nicht unbehelligt zurücklegen, denn inzwischen hatten alle Himmel alle
Schleusen vollständig geöffnet. Es regnete fortan etwas mehr , dann
etwas weniger während des ganzen Tages bis zum Ende der
Veranstaltung gegen 19.30 Uhr.
Deshalb galt und gilt die Bewunderung den
teilnehmenden Teams. Bis zum Start hatten sich weniger als zehn Prozent
der Besatzungen abgemeldet. Dies ist ein Wert, der sich nach fast einem
Vierteljahrhundert Veranstaltungserfahrung durch aus als unter dem
Durchschnitt liegend angesehen werden kann. Dass aber am Nachmittag zwei
Drittel aller Fahrzeuge in Wertung die Wasserschlacht abschloss, nötigt
doch höchsten Respekt ab, denn bereits am Mittag waren die Fußräume fast
aller Autos stark durchnässt, die Scheiben so beschlagen, dass eine
genaue Sicht unmöglich war. Hannelore und Hans Gasbers blieben zwar von
Scheibenbeschlag verschont, saßen dafür nur durch einen aufgespannten
Schirm geschützt in ihrem Jaguar unter freiem, Wolken verhangenem,
reichlich Wasser spendenden Himmel. Es spricht für die Einsatzfreude und
den Humor der Teilnehmer, wenn Hans Gasbers auf Befragung durch ein
Filmteam antwortet, seine Frau und ihn könne alleine Tiefschnee von der
Weiterfahrt abhalten. Ähnlich äußerten sich alle Teilnehmer; Alina und
Martin Lützeler z.B. bedankten sich beim Abschied herzlich für den
"schönen Tag" und sandten anschließend noch eine Mail, in der sie
wiederholten, es sei wirklich ein schöner Tag gewesen. Vor allen Dingen
sei es immer ein Erlebnis und ein Quell der Freude gewesen, wenn aus der
Regenwand am Horizont eine Durchfahrtskontrolle sich ankündigte. Aber
auch bei ihrem Grantura-Coupé hatte sich am Abend eine fingerdicke
Wasserschicht im Fußraum angesammelt.
Es ist also keineswegs verwunderlich, dass die
Bordkarten bei der Auswertung vor Nässe trieften und am Abend des
Sonntags zum Trocknen ausgebreitet werden mussten und sich in der Folge
doch etwas verzogen. Das war übrigens der Grund, warum nach Siegerehrung
die Bordkarten nicht wie gewohnt übernommen werden konnten.
Die Wertung wich kaum von den Vorjahren ab,
die Aufgaben wurden präzise wie immer gelöst, selbst bei der
Schätzaufgabe am Kolping-Denkmal wich das Gros der Ergebnisse kaum vom
richtigen Wert von 2.17 m ab. Keinesfalls ergab sich ein Ausreißer wie
bei der 1991er-Fahrt, als ein Teilnehmer der Statue eine Größe von 6.09
m zugestand. Auch alle weiteren Fragen zu Handwerk und Handwerkern in
Kerpen, wie auch zum Leben unseres Protagonisten konnten unsere
Teilnehmer keinesfalls verunsichern. Selbst die Streckenführung, die wir
für gute Wetterbedingungen konzipiert hatten, bereitete kaum
Schwierigkeiten, und obwohl einige Kontrollpunkte wegen der zu lösenden
Aufgabe ein Aussteigen erzwangen, stellten sich die Teams auch dieser
Herausforderung. Darüber hinaus waren die Helfer die an den
Kontrollpunkten ihren Dienst versahen, voll des Lobes über die
Freundlichkeit und den Humar aller Teams, ähnlich lobende Äußerungen gab
es von den Fahrzeugbesatzungen gegenüber den Helfern.
War dies alles vorgeplant, so waren rund ums
Schloss doch einige Umstellungen nötig. Es galt munter zu improvisieren.
Es war zwar schon seit drei Jahren ins Auge gefasst, die teilnehmenden
Gäste im Restaurant zu bewirten. Aber die große Zahl und die
Vorbereitungen nahmen dazu doch einige Zeit in Anspruch. Das Mittagessen
unter Schirmen, in den Fahrzeugen, in der ehemaligen Wagenhalle war
schon von besonderer Qualität. Diese konnte dann zum nachmittäglichen
Imbiss gesteigert werden. Zu dem Zeitpunkt hatten Thomas Bellefontaine
und sein Team die Essens- und Getränkeausgabe ins Erdgeschoss des
Restaurant verlegt, das einen passenden Rahmen darstellte und vor allen
Dingen uns völlig Durchnässte zum Trocknen einlud. Anscheinend fühlten
sich Helfer und Teilnehmer in diesem Ambiente wohl, und so konnte die
Siegerehrung mit Willi und Josef als "Märchenonkels" auf der Treppe auch
ohne Mikrofon starten. Schade nur, dass der Ballonstart nicht wegen des
anhaltend regnerischen Wetters nicht auszuführen war.
Alle Beteiligten warne nicht unglücklich, als
die diesjährige Auflage der Traditionsveranstaltung ihrem Ende entgegen
ging. Und während die Mitglieder des Helferteams noch eine Weile bei
heiteren Gesprächen das in dieser Form erstmals Erlebte verarbeiteten,
strebten die Teilnehmer bei nachlassendem Regen, von den guten Wünschen
aller Beteiligten begleitet, heimwärts.
Für uns hier in Kerpen kamen am folgenden Tage
keine negativen Erinnerungen auf, und wir hoffen, dass alle Teilnehmer
ebenfalls ohne Groll ihr Heim erreichten. Im nächsten Jahre wird das
Wetter wieder oldtimer- und menschenfreundlicher sein. Wir glauben fest
daran, Sie auch?