Als am Morgen des
16. August die ersten Teilnehmer ihre Fahrzeuge bei strahlendem
Sonnenschein in die markierten Abstellplätze manövrierten, war aus dem
Bereich des Oldtimer- und Clubparks im südlich des Schlosses gelegenen
Teil des Parks ein sonores Grollen zu vernehmen. Ein Blick in diese
Richtung bestätigte die Annahme, einige hochkarätige Träger
wohlgeformten Altblechs hatten den Weg nach Loersfeld gefunden. Für das
markige Motorgeräusch waren tatsächlich zwei gewaltige Bentleys mit
britischer Zulassung verantwortlich, deren Besatzungen sich den Start
nicht entgehen lassen wollten. Daneben parkten in diesem Bereich
TVR-Autos neben denen von Porsche; Mercedes-Typen bildeten bunte Reihen
mit MG´s, Triumphs, Alpines, Morris und BMW´s. Am Rande der bunten
Reihen parkte dazu ein BMW 327/28, der im absolutem Originalzustand
durch seine Patina einen besonderen Reiz auf Liebhaber historischer
Technik ausübte.
Damit bestätigte sich das
im letzten Jahr grundgelegte Konzept für den Oldtimerpark, denn während
des Tages wechselte die Belegung in unterschiedlichem Rhythmus. Dennoch
waren stets um die fünfzig Veteranen von ihren Besitzern im Teil für
unangemeldete Fahrzeuge vollkommen kostenfrei abgestellt. Noch weiter
südlich mit direkter Grenze zur Rundstrecke der Gleichmäßigkeitsfahrt
präsentierten Händler, Vereine, Interessengemeinschaften und sog.
Trips-Fahrer ihre Fahrzeuge, Autos von Besitzern, deren Anmeldungen zu spät
eingingen, so dass sie keinen der Startplätze im Feld ergatterten,
gleichwohl sie jedoch auch ohne Startberechtigung einen Tag auf Schloss
Loersfeld verbringen wollten. Sie alle trugen dazu bei, den Zuschauern -
Insider schätzten deren Zahl auf über 3000 - einen erlebnisreichen,
beeindruckenden Tag auf Loersfeld zu bescheren. In diesem Zusammenhang
müssen unbedingt ein Falkner, der seine gefiederten Lieblinge mehrmals
an diesem Tage im Flug vorführte und Axel Römer, Dudelsackspieler aus
der Begleitband der "Black Föss" genannt werden, der zur Mittagspause
und vor der Siegerehrung für Teilnehmer und Besucher aufspielte, erwähnt
werden.
Bei den nachmittäglichen
Demonstrationsfahrten auf der Rundstrecke durch den Park glänzten
Karossen und Augen gleichermaßen, wenn historische Traktoren mit lautem
Knattern, die übrigen Autos und Motorrädern, darunter 19 Ferraris der
Typen 246 über 308, 348 bis 360 mit eher gemäßigtem Auspuffgeräusch die
Parkwege, die wechselnden Ein- und Ausblicke gestatteten, befuhren.
Absoluter Höhepunkt des
Tages war jedoch der Auftritt der Teilnehmer und ihrer historischen
Fahrzeuge. Insgesamt 75 Teams und ihre automobilen Schätzchen sorgten
von morgens 8.30 Uhr bis gegen 19.00 Uhr für ständige Bewegung im
Schlossinnenhof und Parkgelände. Hier waren auch die oldtimergerechten
Sonderprüfungen abzulegen, während die Strecke der im letzten Jahr aus
dem Teilnehmerkreis per Akklamation ausgewähltem Thema "Der eiserne Weg
- zur Geschichte der Eisenbahn in Kerpen" folgte. Sie führte zu alten
Bahnhöfen, führte über historische Trassen, die teils vor über hundert
Jahren installiert worden waren. Die Streckenführung sah dazu den Besuch
von Standorten historischer Lokomotiven, Kreuzung bestehender
Bahnanlagen und einem speziellen Ort vor, an dem heute Dampflokomotiven
hergestellt werden, von denen einige bei Dampfmodellbau Reppingen in Nörvenich in
Aktion zu sehen waren.
Die Fahrt selbst bestand
aus einer Strecke am Morgen mit einer Länge von 35 km und einer, die
nach der Mittagspause auf Schloss Loersfeld ab 13.15 Uhr eine Weglänge
von 70 km vorsah. Diese relativ kurzen Abschnitte finden bei den
Besitzern historischer Wagen mit Baujahren 1925 und etwa 1960 mehr
Anklang als denen, die jüngere Fahrzeuge zu bewegen pflegen. Vielleicht
ist darin auch der Grund zu sehen, dass der Anteil der erstgenannten
Fahrzeuge bei der "Trips" extrem ausgeprägt ist, als bei vergleichbaren
Veranstaltungen in der Region.
Gleichwohl trafen sich alle
nach den beiden Runden wieder im Schloss zu einem Imbiss und Getränken
und man gewann den Eindruck, keines der Fahrzeuge wie seiner Besatzungen
sei in irgendeiner Weise gestresst oder verärgert gewesen. Vor der
Siegerehrung nahmen alle bei munteren Gesprächen ihr Abendessen ein,
das die Brigade des Restaurants Schloss Loersfeld bereithielt. Niemand
drängte zum Aufbruch, ob nun aus der Schweiz, den Niederlanden, aus
Belgien oder aus der Region, also aus z.B. Aachen, Kürten, Krefeld,
Bergisch-Gladbach oder aus Bergheim oder Nörvenich angereist war. Vor
der Siegerehrung stand die Wahl des Themas für die nächste Auflage am
15. August 2010 an. Per Akklamation suchten die Teilnehmer das Motto
"Von Körben und Hufeisen - zum Handwerk in der Umgebung Kerpens" aus,
nachdem man zuvor die obligatorischen Teilnehmerplaketten erhalten
hatte.
Danach konnte der Reigen
der Ehrungen beginnen. Es gab Ehrenpreise für die Sieger der
Sonderprüfungen, fünfzig Pokale für die Punktbesten in den einzelnen
Klassen und insgesamt weitere 38 Pokale für bestimmte Marken und
Fahrzeugauslegungen. Während die Wahl zum Publikumsliebling auf den Ford
A der Familie Hürth aus Hürth fiel, bestand der Clou in der Übergabe des
von Karl-Heinz Bonk gestifteten Rosengart-Pokals. Die etwa 1,20 m hohe
Auszeichnung ging in diesem Jahr an den Zweiundzwanzigsten der
Gesamtwertung und zur Freude aller Anwesenden gelang es Sven Schloemer,
den Pokal in seinen KaRo zu verstauen und sich selbst den Deckel als
Chinesenhut aufzusetzen.
Fast zeitgleich mit dieser
Prozedur vollzog sich Start des Provinzial-Heißluftballons. Im Korb
befanden sich als Gäste Thomas Harwardt und seine Eltern, die die Fahrt
bei der Verlosung am Morgen gewonnen hatten. Sie übergaben uns
wunderschöne Aufnahmen von dieser Fahrt, u.a. eine, die den Ford A der
Hürther auf der Heimreise ablichtete.