Nie
zuvor in der Geschichte dieser Veranstaltung hatte der Wetterdienst bisher
eine so zuversichtlich stimmende Vorhersage verlautbart. So erstrahlte dann
auch bereits in den frühen Morgenstunden die Sonne vom azurblauen Himmel.
Das sorgte für gute Laune bei Teilnehmern und Helfern, ließ 157 von 166
gemeldeten Fahrzeugen mit ihren Lenkern pünktlich in Kerpen erscheinen.
Bereits bei der Einfahrt stellte Josef Fahrzeuge und deren Besatzungen den
zahlreich erschienenen Schaulustigen vor, bevor es nach der
Fahrerbesprechung auf die von Willi ausgesuchte und hervorragend
vorbereitete Strecke ging. Sie führte zunächst auf ein landwirtschaftliches
Anwesen, auf dem ein Slalomkurs in einer vorgegebenen Zeit zu absolvieren
war. Dabei hatten einige Fahrzeuglenker unvorhergesehene Schwierigkeiten.
Möglicherweise ist die Begründung dafür in einer gewissen Gewöhnung zu
suchen, denn bislang waren stets geradlinig verlaufende Trassen für
derartige Prüfungen ausgewählt worden. Dennoch konnten die Helfer nach den
ersten Versuchen eine Beruhigung vermelden.
Nach
dem Durchfahren mehrerer malerischer Flecken stand mit dem Besuch auf Burg
Adendorf dann eine Besonderheit auf dem Programm. Die Fahrt durch den
Burghof wird vielen in besonderer Erinnerung bleiben, weil Mitglieder der
Familie von Loe die Besucher freundlich empfingen und – so überlieferten die
Helfer – die Gelegenheit zu Schnappschüssen vielfältig genutzt wurde.
Am
Ville-Express dann hatte die Familie von Dr. Hans
Heinrich Winand zum wiederholten Male keine Mühen gescheut, den
Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen gemütlichen Aufenthalt im Schatten des
historischen Zuges mit der 50er Lock zu bieten. Wie aus den Kreisen der
Teilnehmer zu hören war, genoss man nicht allein Ambiente und Ruhe, sondern
erfreute sich auch an den angebotenen Speisen. Einige der Teilnehmer gaben
zu, sich dort sehr lange aufgehalten zu haben und gewiss auch dorthin wieder
zurückkehren zu wollen. Von uns geht ein herzlicher Dank an die ganze
Familie und besonders an Frau Winand, die den Besuch bei ihr stets zu einem
Erlebnis besonderer Art zu machen versteht.
Durch
Erftaue, Bördenlandschaft und Neffeltal führte der Weg zurück zum Rathaus
und damit zum Ziel. Vor dem Eintreffen mussten dann allerdings die in der
Bordkarte enthaltenen Fragen noch eingetragen bzw. abgestimmt werden. Dabei
könnte das Zusammenfügen der 23 Buchstaben des Lösungswortes aus den
"Stummen Kontrollen" eine besondere Herausforderung dargestellt haben, denn
Willi hatte bei der Einrichtung am Morgen die Kontrollbuchstaben exakt in
umgekehrter Reihung aufgestellt. Gleichwohl müssen wir anführen, dass Josef
bei der Fahrerbesprechung die Lösung bereits mehrfach angesprochen hatte.
Das Wort lautete: "Brand-Assekuranz-Kataster", konnte auch in einem einzigen
Zug ohne Bindestriche eingetragen werden und bezogen sich auf eines der
herausragenden Exponate der diesjährigen Ausstellung, nämlich das
Blatzheimer Brand-Assekuranz-Kataster aus den Jahren 1818 bis 1836. Das
Thema dazu lautete
"Lieber heiliger Florian, verschon mein Haus
– zum 100-jährigen Bestehen der Kerpener Provinzial-Geschäftsstellen
Schloemer".
Zu
dieser Thematik angeregt hatte Norbert Schloemer, der auch die Kontakte zur
Geschäftsleitung und zum Archiv der Provinzial knüpfte. Die Zusammenarbeit
mit ihm und den Vertretern der Gesellschaft gehörte dann auch zu den
erfreulicheren Momenten bei der Vorbereitung der diesjährigen Veranstaltung.
Nicht allein stammen zahlreiche Exponate aus dem Familienbesitz der
Schloemers und den Beständen der Provinzial, sondern sie steuerten auch
durch nennenswerte Zuwendungen zum Gelingen bei. Daneben bot die Ausstellung
Einblicke in bisher wenig beachtete Bestände des Archivs der Stadt Kerpen.
Die Darstellungen im Beiheft lassen den Umfang der dort schlummernden
Kostbarkeiten aus dem 19. und 20. Jahrhundert nur schwer erahnen und sollten
u.a. als Aufforderung für weitere Forschungen verstanden werden. Selbst
Hinweise auf Verbindungen der Provinzial mit der Familie von Trips konnten
gezeigt werden, obwohl die Leitung der Trips-Stiftung die ins Auge gefasste
Benutzung von Dokumentationsmaterial aus diesem Archiv kurzfristig aus
fadenscheinigen Gründen untersagte.
Mit
der Siegerehrung klang die Veranstaltung am Nachmittag aus. Und obwohl die
Auswertung dieses Mal lange auf sich warten ließ und daneben noch fehlerhaft
blieb, hatten fast alle Beteiligten über eine Stunde geduldig gewartet. Die
wenigen Fehler sind inzwischen korrigiert und die Beteiligten
benachrichtigt, so dass Josef sich gebührend bei den Teilnehmerinnen und
Teilnehmern für die jahrelange Treue zur Trips-Fahrt bedanken und als
Organisator in den Ruhestand verabschieden konnte.